Telefonbetrug in Delmenhorst und Ganderkesee: Polizei warnt vor falschen Bankmitarbeitern
Mindestens zwölf vollendete Betrugsfälle zum Nachteil älterer Menschen – Täter erschleichen Vertrauen und versuchen sensible Zugangsdaten zu erhalten.
Im Raum Delmenhorst und Ganderkesee ist es in den vergangenen Wochen zu mindestens zwölf vollendeten Betrugstaten zum Nachteil älterer Menschen gekommen. Die Polizei warnt vor falschen Bankmitarbeitern, die sich am Telefon als Beschäftigte der jeweiligen Hausbank ausgeben und so das Vertrauen ihrer Opfer erschleichen.
Nach Angaben der Polizei gingen die Täter in mehreren Fällen besonders geschickt vor: Die Angerufenen waren tatsächlich Kundinnen und Kunden der Bank, deren Namen die Betrüger nannten. Woher die Täter über persönliche Daten und Bankverbindungen verfügen, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Die Polizei Delmenhorst hat umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.
So funktioniert die Masche
Die Betrugsversuche beginnen in der Regel mit einem Telefonanruf. Die Täter geben sich als Bankmitarbeiter aus und berichten etwa von verdächtigen oder unberechtigten Abbuchungen. In anderen Fällen wird den Betroffenen mitgeteilt, ihre Bankkarte müsse aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden.
Um glaubwürdig zu wirken, kennen die Täter teilweise persönliche Daten ihrer Opfer und treten nach Polizeiangaben äußerst überzeugend auf. Außerdem kann durch technische Manipulation eine bekannte Vorwahl auf dem Telefondisplay erscheinen, um zusätzlich Vertrauen zu erzeugen.
Im weiteren Verlauf versuchen die Täter, an sensible Daten zu gelangen. Unter dem Vorwand, das Konto schützen oder eine Karte sperren zu müssen, werden die Betroffenen dazu gebracht, etwa ihre PIN oder andere Zugangsdaten preiszugeben.
Bankkarte wird an der Haustür abgeholt
Den Geschädigten wird anschließend mitgeteilt, die Bankkarte sei defekt oder müsse aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden. Kurz darauf erscheint dann ein vermeintlicher Bankmitarbeiter an der Haustür und nimmt die Karte entgegen, teilweise zusammen mit der zuvor erfragten PIN. Mit der erbeuteten Karte und der PIN heben die Täter nach Angaben der Polizei Geld ab.
In den bislang bekannten Fällen wurde jeweils das Tageslimit von bis zu 5.000 Euro ausgeschöpft. Der bislang bekannte Gesamtschaden beläuft sich bereits auf eine mittlere fünfstellige Summe.
Polizei sucht Zeugen
Die Polizei bittet Personen, die in den vergangenen Wochen entsprechende Anrufe erhalten haben oder verdächtige Personen im Zusammenhang mit der Abholung von Bankkarten beobachtet haben, sich zu melden. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch unter 04221/1559-0 entgegen.
Wichtige Verhaltenstipps
Die Polizei rät insbesondere älteren Menschen und ihren Angehörigen, bei unerwarteten Anrufen vermeintlicher Bankmitarbeiter besonders aufmerksam zu sein. PIN, TAN oder andere Zugangsdaten sollten niemals am Telefon weitergegeben werden. Eine echte Bank werde niemals telefonisch dazu auffordern.
Bankkarten sollten zudem niemals an unbekannte Personen an der Haustür übergeben werden. Nach Angaben der Polizei holen Bankmitarbeiter keine Bankkarten zu Hause ab. Verdächtige Telefonate sollten beendet werden; Betroffene dürfen jederzeit auflegen, auch wenn es ihnen unhöflich erscheint.
Wer unsicher ist, soll anschließend die eigene Bank aufsuchen und mit Angehörigen oder vertrauten Personen über solche Betrugsmaschen sprechen. Kinder und Enkel sollten Eltern und Großeltern nach Polizeiangaben für diese Vorgehensweise sensibilisieren.
Wer seine Bankkarte bereits übergeben oder persönliche Daten preisgegeben hat, soll sofort handeln, die Bank informieren, die Karte sperren lassen und umgehend die Polizei verständigen.
Die Polizei betont abschließend, dass echte Bankmitarbeiter niemals telefonisch nach der PIN fragen und keine Bankkarten persönlich bei Kundinnen und Kunden zu Hause abholen.
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