Internationale Dollard Route jetzt 354 km lang – 30 Jahre grenzüberschreitendes Radfahren
30 Jahre Internationale Dollard Route – Jubiläumsrückblick und aktuelle Angebote
Die Internationale Dollard Route (IDR) feiert im Jahr 2026 ihr 30‑jähriges Bestehen. Der grenzüberschreitende Radwanderkurs zwischen Deutschland und den Niederlanden wurde am 2. August 1996 offiziell eröffnet. Zur Gründung am 29. Mai 1996 gehörten die deutschen Städte und Gemeinden Leer, Papenburg, Weener, Bunde, Jemgum, Emden sowie der Landkreis Leer. Auf niederländischer Seite waren die Gemeinden Reiderland, Winschoten, Scheemda, Appingedam und Delfzijl Gründungsmitglieder.
Entstehung und Förderung
Die Route entstand als Reaktion auf eine schwierige wirtschaftliche Lage mit hoher Arbeitslosigkeit. Sie wurde von der Europäischen Union über das Interreg‑Programm „Tourismus ohne Grenzen“ gefördert. Seit ihrer Gründung nahm der Verein an mehreren Interreg‑Programmen teil, zuletzt im aktuellen Programm 6a „WattenVision“, das naturnahe Rastplätze entlang der Strecke etabliert.
Entwicklung der Streckenlänge
Ursprünglich war die Route rund 180 km lang. Durch sukzessive Erweiterungen – 2002 durch den Ort Slochteren, 2012 durch Eemsmond, Loppersum und die Insel Borkum sowie 2024/2025 durch Midden‑Groningen und Het Hogeland – misst sie heute 354 km, also fast das Doppelte der Anfangslänge.
Fährverbindung über den Dollart
Eine Fährverbindung zwischen den beiden Ländern gehört von Beginn an zum Kurs. Sie verbindet die Häfen von Ditzum, Emden und Delfzijl. Die Geschichte der Verbindung im Überblick:
- 2008: Niederländischer Kapitän Pieter Bakker steuerte die „Twee Gebroeder“.
- 2008: Die „Kommandant“ der Germania Schiffahrt folgte.
- 2009: Ein Jahr ohne Fährverbindung.
- Seit 2010: Das Fahrgastschiff „Dollard“ im Einsatz.
- Bis 2017 betrieben von der Reederei Briese.
- 2018 – 2019 von der Reederei Freimuth aus Esens.
- Seit 2020 von der Baltrum‑Linie.
Insgesamt wurden seit 1996 rund 128 000 Personen und 75 000 Fahrräder befördert.
Radreisen und Zusatzangebote
Seit 1997 können Radreisen mit oder ohne Gepäcktransfer gebucht werden. Bisher nutzten rund 3 400 Gruppen mit 14 900 Personen dieses Angebot. Das aktuelle Programm führt zum Dollartmuseum in Bunde, zum Privatgarten „Tuinfleur“ in Oostwold (2026 zum letzten Mal), nach Appingedam und zu einer Schifffahrt auf dem Oldambtmeer. Zusätzlich werden Bustagesfahrten angeboten.
Sehenswürdigkeiten entlang der Route
Zu den Highlights zählen die hängenden Küchen in Appingedam, die Altstadt von Leer, die lange Fahrradbrücke bei Winschoten (Pieter Smitburg), die Meyer‑Werft in Papenburg, zahlreiche niederländische Schlösser und die Nordseeinsel Borkum. Die Strecke führt in Bögen an den Dollart und die Emsmündung, wo Geschichte von Deichbau, Seefahrt und Fischerei erlebbar wird, sowie durch Warftendörfer, Kornfelder und gepflegte Landschaften im Binnenland.
Verantwortliche Personen
Die Gründer und ersten Initiatoren der Internationalen Dollard Route waren Dieter Schröer (ehemaliger Wirtschaftsförderer des Landkreises Leer, Ideengeber und erster IDR‑Geschäftsführer) und Hemmo Philbert (ehemaliger Tourismusreferent der Gemeinde Scheemda). Der aktuelle Geschäftsführer ist Ulrich Schmunkamp.
Zukunftsperspektiven
Ulrich Schmunkamp sieht Potenzial in der Bahnstrecke „Wunderline“ und plant attraktive Kombi‑Tickets für Radfahrende. Derzeit kommen rund zwei Drittel der Radtouristen aus Deutschland, der Rest stammt aus den Niederlanden.
Kontakt für Interessierte
Der Verein International Dollard Route e.V. hat seinen Sitz in der Ledastraße 10, 26789 Leer. Für Fragen zu Radreisen, Gepäcktransfer oder allgemeinen Informationen stehen das Team unter Telefon 0491 91 96 96‑50 und per E‑Mail [email protected] zur Verfügung. Weitere Details und die kostenlose Radwanderkarte finden Interessierte auf der Website www.dollard-route.de.
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