Kultur

F. W. Bernstein - Eine Bistro-Ausstellung bei laufendem Betrieb

Wann
Dienstag, 20. Oktober 2026 · 17:30 Uhr
154 Termine verfügbar
Wo
Apex Göttingen · Burgstraße 46, 37073 Göttingen
Eintritt
Eintritt frei, Die Ausstellung kann bei einem Restaurant-Besuch zu den Öffnungszeiten des Apex-Bistros besichtigt werden: Dienstag - Samstag von 17.30 - 24.00 Uhr. Wer nur gucken will, kann das gerne zu diesen Zeiten tun und auch schon von 16.00 - 17.00 Uhr kommen (von 17.00-17.30 Uhr macht das Team Pause)
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Über die Veranstaltung

Wenn der Cartoonist, Satiriker und Humorist F. W. Bernstein alias Fritz Weigle (1938–2018) mit

einer Ausstellung ins APEX kommt, finden zwei alte Bekannte wieder zusammen. Beide betraten

Anfang der 70er Jahre die Göttinger Bühne; die Galerie APEX wurde eröffnet, und Bernstein zog

von Frankfurt nach Göttingen. Seine Arbeiten, die leichtfüßig und unverfroren daherkamen,

wurden dort gezeigt. Der Kontakt sollte über vier Jahrzehnte währen; Bernstein war immer wieder

mit Ausstellungen und Lesungen präsent.

Er gehörte zum Kern der Neuen Frankfurter Schule, die Anfang der 60er Jahre aus der Redaktion

der Satire-Zeitschrift Pardon hervorging, zu der u.a. auch Robert Gernhardt, F. K. Waechter und

Eckhard Henscheid gehörten. Zusammen mit Gernhardt und Waechter schuf Bernstein bei Pardon

die Nonsens-Beilage Welt im Spiegel (Wims), die für lange Zeit Kult-Status bei Satire-Fans hatte

und einen ganz neuen, ungewohnten Ton im Nachkriegsdeutschland anschlug.

Über 50 Jahre lang publizierte er als Cartoonist, Autor und Illustrator und war ab 1985 der

vermutlich weltweit einzige Professor für Karikatur und Bildgeschichte an der Hochschule der

Künste Berlin. Und der Satirepreis Göttinger Elch (Bernstein erhielt ihn 2003) verdankt ihm seinen

Namen: Von ihm stammt der legendäre Zweizeiler

„Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“.

Jacqueline Amirfallah und Wolfgang Nisch, Inhaber des gastronomischen Betriebs Apex

trinken+essen in der Burgstraße 46, stellen sieben Jahre nach dem Tod des Künstlers die Räume

des Restaurants für Bernstein zur Verfügung.

Ausgerichtet wird die Ausstellung von der Familie Fritz Weigles, gefördert wird sie von der

Göttinger Kulturstiftung sowie der Litfin-Stiftung und unterstützt durch den APEX Kultur e.V. und

die Kunstsammlung der Göttinger Universität. Gestaltet wurde sie vom Ausstellungsgestalter

Matthias Wittig (fernkopie, Berlin), der auch aus Göttingen stammt. Er und Bernsteins Sohn

Konrad Weigle haben die Ausstellung aus den Nachlässen in Berlin und Frankfurt (CaricaturaMuseum) kuratiert.

Da das APEX heute keine Galerie mehr ist, braucht es eine unkonventionelle Präsentationsform,

die schauenden wie schmausenden Bistrogästen gleichermaßen gerecht wird. In den charmant

verwinkelten Räumen ist Entdeckergeist gefragt: Für einige Besucher werden es

Wiederentdeckungen sein. Viele werden ihn neu entdecken: den „Zauberzeichner“ und

„Universalkönner“, wie Oliver Maria Schmitt ihn in einem Buch über die Neue Frankfurter Schule

nannte.

Es werden Engel in erstaunlichen Lebenslagen zu sehen sein, Selbstporträts an allen möglichen

und unmöglichen Orten des Bistros sowie Leute der späten 70er und frühen 80er Jahre auf

Göttingens Straßen; und es wird endlich eine Antwort auf die Frage geben, wer in den Himmel

kommt (und wer nicht). Auch Bernsteins Lyrik wird ein sichtbarer Teil der Ausstellung sein. Neben

vielen großformatig reproduzierten Werken präsentiert die Kunstsammlung der Georg-August-Universität Originalgrafiken aus den Beständen der Schenkung Antje und George Bodenstein.

Quelle: Göttingen Marketing GmbH. Lizenz des Veranstaltungstextes. Formatierung und Terminübersicht für diese Darstellung angepasst; Lizenz gilt auch für diese Anpassungen.

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