Kultur
Michaela Melián: Osnabrücker Gesänge – Rosi Ève Hélène.
Sonderausstellung
- Wann
- Freitag, 9. Oktober 2026 · 11:00 Uhr
- 201 Termine verfügbar
- Wo
- MQ4 - Felix-Nussbaum-Haus · Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück
- Eintritt
- Preis beim Veranstalter prüfen
Über die Veranstaltung
Die Künstlerin und Musikerin Michaela Melián richtet den Blick auf Themen wie Emigration, Flucht, Vertreibung. Ihre multimedialen Installationen verknüpfen Geschichten, die mit Orten, Objekten oder Biografien verbunden sind, mit gesellschaftlichen Fragen. Sie erschafft dabei vielschichtige, sinnlich erfahrbare Räume.
Im Felix-Nussbaum-Haus entsteht im Rahmen der Reihe "Gegenwärtig. Zeitgenössische Kunst begegnet Felix Nussbaum" eine Welt aus Klangskulpturen und Projektionen, die Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Gesellschaft auf besondere Weise verbindet. Meliáns Arbeiten regen dazu an, über Sichtbarkeit, Machtverhältnisse und Erinnerung nachzudenken – sie verzichten auf klare Botschaften und betonen stattdessen die Vielschichtigkeit und Komplexität ihrer Themen.
Für die Ausstellung entwickelt Michaela Melián eine Installation, die aus der Auseinandersetzung mit den Texten der französischen Philosophin und Schriftstellerin Hélène Cixous (1937 in Algerien geboren) entstanden ist. Cixous‘ Familie stammt aus Osnabrück und war mit Felix Nussbaum und seiner Familie bekannt.
Eve Cixous – Hélènes Mutter – ist als Eva Klein in Osnabrück aufgewachsen. Ihre Mutter – Hélènes Großmutter – heißt Rosi Klein, geborene Jonas. Die Familie Jonas hatte ihr Geschäftshaus am Nicolaiort 2 in Osnabrück. Eve, ihre Schwester Eri und Rosi konnten in den 1930er Jahren aus Deutschland entkommen, im Gegensatz zu vielen weiteren Familienmitgliedern, die in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern ermordet wurden.
Die familiären Erfahrungen der Flucht und des Exils sind prägend für das Schreiben der feministischen Denkerin Cixous. Inspiriert von diesen Texten, wie zuletzt veröffentlicht in "Osnabrück" (2017/2018) und "Osnabrück Hauptbahnhof nach Jerusalem" (2018) entsteht eine mehrstimmige Komposition, in der Frauenstimmen in verschiedenen Sprachen und Akzenten die Grenzen des Nationalen überschreiten.
Michaela Melián (* 1956, München) ist Künstlerin und Musikerin. Sie ist Mitgründerin der Band F.S.K. und war bis 2023 Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste (HfbK) in Hamburg. Ihre Arbeiten waren in den vergangenen Jahren unter anderem ausgestellt im Lenbachhaus München/Deutschland; in der Fundació Juan Miró Barcelona/Spanien; Kunsthal Rotterdam/Niederlande; Deichtorhallen Hamburg; Staatsgalerie Stuttgart/Deutschland; Kunsthalle Mannheim/Deutschland; Lentos Museum Linz/Österreich; Cubitt London/Vereinigtes Königreich; Ludlow New York; NY/USA und im The War and Women’s Human Rights Museum in Seoul/Südkorea. 2010 hat sie im Auftrag der Stadt München "Memory Loops", ein akustisches Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, realisiert. Für ihre Arbeiten wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter den Hörspielpreis der Kriegsblinden (2006), den Kunstpreis der Stadt München (2010), den Grimme Online Award Spezial (2011), den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg (2018) und den Rolandpreis für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bremen (2018).
Quelle: Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land mbH. Lizenz des Veranstaltungstextes. Formatierung und Terminübersicht für diese Darstellung angepasst; Lizenz gilt auch für diese Anpassungen.
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