Marinehafen in Emden: Bund und Land unterzeichnen Absichtserklärung

BMVg, Land Niedersachsen, BImA und Stadt Emden einigten sich per LoI am 5.10.2026 auf einen möglichen Marinehafen in Emden.

Von Herold Politik2 Min. Lesezeit

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) hat sich gemeinsam mit dem Land Niedersachsen, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und der Stadt Emden grundlegend auf die mögliche Errichtung eines Marinehafens in Emden geeinigt Mit dem am 5. Oktober 2026 unterzeichneten „Letter of Intent (LoI)“ bekräftigen die Beteiligten ihre Bereitschaft, das Vorhaben zeitnah zu unterstützen und dabei eng zusammenzuarbeiten.

Nach Angaben der gemeinsamen Pressemitteilung ist die mögliche Ansiedlung Teil größerer sicherheitspolitischer und militärischer Planungen. Die Bundeswehr werde in den kommenden Jahren erheblich wachsen und neue Fähigkeiten aufbauen. Für die Marine bedeute das zusätzlichen Bedarf an Flächen und Infrastruktur, etwa für Unterkünfte, Ausbildungsgebäude, Liegeplätze sowie Versorgungsmöglichkeiten. Der bestehende und einzige Nordsee-Marinehafen in Wilhelmshaven werde die künftigen Anforderungen allein nicht decken können. Deshalb müsse an der deutschen Nordseeküste ein weiterer Marinehafen errichtet werden.

Nach dem bisherigen Prüfprozess bietet Emden aus Sicht der Beteiligten die beste Option für einen weiteren Nordsee-Marinehafen. Genannt werden dafür unter anderem navigatorische Gegebenheiten, die strategische Lage und die infrastrukturelle Anbindung.

„Knock/Rysumer Nacken“ als vorgesehene Fläche

Als Ansiedlungsfläche zieht die Pressemitteilung „Knock/Rysumer Nacken“ in Betracht. Da sich diese Fläche nicht im Bundeseigentum befindet, muss sie zunächst an den Bund beziehungsweise die BImA veräußert werden. Das Land Niedersachsen und die Stadt Emden haben hierfür ihre Unterstützung zugesichert. Das LoI bildet nach Angaben der Mitteilung die Grundlage für die erforderlichen formellen Schritte.

Die weiteren, detaillierten Untersuchungen zur Umsetzbarkeit des Marinehafens in Emden sollen zeitnah abgeschlossen werden. Anschließend soll die endgültige Entscheidung fallen.

Stimmen aus Bund, Land und Stadt

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte: „Die Marine wächst auf. Neue Schiffe und Boote brauchen Liegeplätze. Unsere Soldatinnen und Soldaten – Unterkünfte und Ausbildungsgebäude. Daher brauchen wir einen neuen Marinehafen. Und den wollen wir in Emden bauen. Die Marine hat intensiv geprüft, Emden bietet ideale Voraussetzungen. Etwa der schnelle Zugang zum Atlantik und dem Hohen Norden. Es sind noch dicke Bretter zu bohren. Einen neuen Marinestützpunkt gibt es nicht im Baumarkt. Wasserbau, Verkehrsanbindungen, die Kaserne - dafür müssen wir jetzt schnell die Weichen stellen. Ich danke dem Land Niedersachsen, der Stadt Emden und allen Beteiligten, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies erklärte: „Wir haben immer wieder betont, dass wir Emden im Wettbewerb der Standorte für einen ausgezeichnet geeigneten Ort für einen neuen Marinehafen halten. Nicht nur die geografische Lage und die verfügbaren Flächen sprechen für Emden, auch die große maritime Tradition in der Stadt. Darüber hinaus verfügt Niedersachsen über eine nachgewiesene Stärke bei der Planung und Umsetzung großer Infrastrukturvorhaben. Wir haben gezeigt, dass wir schnell entscheiden, zügig genehmigen und verlässlich bauen können. Niedersachsen ist gerne bereit, einen weiteren Beitrag für die Sicherheit Deutschlands zu leisten.“

Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff sagte: „Das ist ein großer Tag für Emden. Ein Marinestützpunkt ist eine außergewöhnliche Chance für unsere Stadt – für unseren Hafen, für Arbeitsplätze und für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region. Nach Monaten intensiver gemeinsamer Arbeit steht für uns fest: Emden ist bereit. Jetzt geht es an die Umsetzung.“

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