Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim führt verstärkte Kontrollen an Zweirädern und E-Fahrzeugen durch

Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim kontrolliert Fatbikes und E-Scooter: vier Straftaten, zwölf Ordnungswidrigkeiten, teils bis 100 km/h.

Von Herold Team3 Min. Lesezeit
Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim führt verstärkte Kontrollen an Zweirädern und E-Fahrzeugen durch

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Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim hat in den vergangenen Wochen verstärkt Zweiräder und elektrisch angetriebene Fahrzeuge kontrolliert. Im Mittelpunkt standen dabei sogenannte Fatbikes, leistungsstarke Offroad-E-Bikes, manipulierte oder technisch veränderte E-Scooter sowie Kleinkrafträder. Bei einem Sonderdienst am 27. August 2026 im südlichen Emsland und in der Grafschaft Bentheim stellten die Einsatzkräfte insgesamt vier Straftaten und zwölf Verkehrsordnungswidrigkeiten fest. Nach Angaben der Polizei war die Resonanz aus der Bevölkerung durchweg positiv.

Rechtliche Einordnung hängt von der Technik ab

Nach Darstellung der Polizei ist die Bezeichnung „Fatbike“ keine eigene rechtliche Fahrzeugklasse. Gemeint sind ursprünglich Fahrräder mit besonders breiten Reifen. Für die Einordnung im Straßenverkehr sei jedoch nicht das äußere Erscheinungsbild entscheidend, sondern die tatsächliche technische Ausführung. Dazu zählen unter anderem Motorleistung, mögliche Höchstgeschwindigkeit und die Bauart des Fahrzeugs.

Ein klassisches Pedelec gilt grundsätzlich als Fahrrad, wenn der Motor nur unterstützend wirkt und die Unterstützung bei 25 km/h endet. Fahrzeuge, die selbstständig beschleunigen oder deutlich höhere Geschwindigkeiten erreichen können, können rechtlich als Kraftfahrzeug eingestuft werden. Dann können je nach Fahrzeugart unter anderem eine Betriebserlaubnis oder Zulassung, ein Versicherungsschutz sowie eine entsprechende Fahrerlaubnis erforderlich sein.

Kontrollen in Schüttorf am 19. und 20. August

Wie ernst die Polizei das Thema nimmt, zeigen auch zwei Kontrollen vom 20. August. Im Rahmen eines Einsatzes in Schüttorf in der Nacht vom 19. auf den 20. August fiel ein 16-Jähriger mit einem leistungsstarken Offroad-E-Bike auf. Nach ersten Erkenntnissen verfügte das Fahrzeug über keinen Versicherungsschutz, und der Jugendliche besaß nicht die erforderliche Fahrerlaubnis. Eine erste Überprüfung vor Ort ergab eine Geschwindigkeit von rund 100 km/h. Das Fahrzeug wurde sichergestellt und einer weiteren technischen Überprüfung zugeführt.

In derselben Nacht kontrollierten die Einsatzkräfte zudem einen 17-Jährigen mit einem technisch veränderten E-Scooter. Auch dieses Fahrzeug hatte nach ersten Erkenntnissen keinen Versicherungsschutz. Die erste Überprüfung ergab eine mögliche Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h; außerdem wurden technische Veränderungen festgestellt. Auch der E-Scooter wurde sichergestellt.

Polizei warnt vor hohen Geschwindigkeiten ohne ausreichenden Schutz

Besonders problematisch sieht die Polizei, dass leistungsstarke Zweiräder teilweise ohne Helm und ohne weitere Schutzkleidung genutzt werden. Mit steigender Geschwindigkeit änderten sich die möglichen Folgen eines Unfalls erheblich. Wer mit 50, 80 oder sogar rund 100 km/h unterwegs sei, bewege sich nicht mehr in einem Bereich, der mit einem gewöhnlichen Fahrrad vergleichbar sei. Gerade bei Jugendlichen bestehe die Gefahr, dass Geschwindigkeit und Risiko unterschätzt würden.

Die Polizei weist zudem darauf hin, dass ein Sturz oder eine Kollision bei hohen Geschwindigkeiten schwerste Folgen haben kann. Gefährdet seien dabei nicht nur die Fahrenden selbst, sondern auch Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende und andere Verkehrsteilnehmer.

Appell an Eltern und Erziehungsberechtigte

Die Polizei appelliert ausdrücklich an Eltern und Erziehungsberechtigte, sich vor dem Kauf oder der Nutzung eines elektrisch angetriebenen Zweirads genau mit den technischen Eigenschaften und der rechtlichen Einordnung zu beschäftigen. Gerade bei Fahrzeugen aus dem Internet oder aus dem Ausland könne es Unterschiede zwischen Werbung, tatsächlicher technischer Leistung und rechtlicher Zulässigkeit im öffentlichen Straßenverkehr geben.

Nach Angaben der Polizei sollten Eltern sich nicht allein darauf verlassen, dass ein Fahrzeug äußerlich wie ein Fahrrad, ein E-Bike oder ein E-Scooter aussieht. Entscheidend sei, was technisch tatsächlich möglich ist. Im Zweifel sollte vor der Nutzung im öffentlichen Verkehrsraum geklärt werden, welche Vorschriften für das jeweilige Fahrzeug gelten.

Kontrollen sollen fortgesetzt werden

Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim will die Kontrollen von Zweirädern und elektrisch angetriebenen Fahrzeugen auch künftig fortsetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei neben der Ahndung von Verstößen vor allem Prävention und Verkehrssicherheit.

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