Architekturpreis der Stadt Braunschweig: Peter Joseph Krahe-Preis an sechs Projekte vergeben
Jury würdigt gestalterische Qualität und persönliche Leistungen aus 38 Bewerbungen
Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum hat am Dienstag, 1. September, den Architekturpreis der Stadt Braunschweig, den Peter Joseph Krahe-Preis, sowie die damit verbundenen Auszeichnungen verliehen. Aus 38 Bewerbungen wurden in diesem Jahr sechs Projekte ausgewählt und in einem Festakt vor rund 130 geladenen Gästen geehrt.
Der Oberbürgermeister betonte, der Preis würdige nicht nur die gestalterische Qualität, sondern auch die persönliche Leistung hinter den Projekten. Mit dem Peter Joseph Krahe-Preis werde Wertschätzung für Bauherrinnen und Bauherren ebenso ausgedrückt wie für Planerinnen, Planer, Architektinnen und Architekten.
Peter Joseph Krahe-Preis 2026
Den Peter Joseph Krahe-Preis 2026 erhielten drei Projekte:
Bürogebäude m+p, Wilhelmstraße
Ausgezeichnet wurde das Bürogebäude m+p in der Wilhelmstraße. Entworfen wurde es von GÖDDE Architekten aus Gifhorn für die Gattermann Immobilien Projekt GmbH. Das Preisgericht bewertete das Projekt als „Bauen im Bestand im besten Sinne“ und als „gelungene Transformation“, die gerade im innerstädtischen Bereich besonders wertvoll sei.
Dreifeldsporthalle IGS Volkmarode
Eine weitere Auszeichnung ging an Dohle + Lohse Architekten aus Braunschweig für die neue Dreifeldsporthalle der IGS Volkmarode im Auftrag der Stadt Braunschweig. Die Fachleute hoben hervor, dass der Neubau im Inneren bis ins Detail hochwertig gestaltet, insgesamt architektonisch konsequent ausgearbeitet und baulich herausragend umgesetzt sei.
Georg-Eckert-Campus
Der dritte Preisträger ist der Georg-Eckert-Campus in der Freisestraße. Das Projekt wurde im Auftrag des Leibniz-Instituts für Bildungsmedien gestaltet. Entwurfsverfasser ist sehw architektur, Xaver Egger aus Berlin. Nach Einschätzung der Jury verbindet das Projekt souverän drei unterschiedliche Zeitschichten und bindet auch den Freiraum in die Neugestaltung ein.
Sonderpreis
Seit 2015 vergibt die Stadt Braunschweig zusätzlich einen Sonderpreis für Projekte mit besonders innovativen Ansätzen oder besonderen Rahmenbedingungen. In diesem Jahr teilen sich zwei Projekte diese Auszeichnung.
Grundschule Melverode
Der Umbau der Grundschule Melverode durch Krekeler Architekten aus Braunschweig wurde als wertiger, prototypischer Umgang mit einer Alltagsaufgabe der Stadt hervorgehoben: der Weiterentwicklung einer Bestandsschule für den Ganztagsbetrieb.
Stadtlounge Westbahnhof
Ein weiterer Sonderpreis ging an das Projekt Stadtlounge Westbahnhof, entwickelt durch BREDERLAU & HOLIK Büro für Architektur und Stadt. Die freiraumplanerische Intervention im Bereich der Unterführung Westbahnhof sei ein wertvoller Beitrag zur Gestaltqualität in einem sonst eher gestalterisch wenig bevorzugten Stadtraum und entfalte Vorbildcharakter, so die Jury. Für beide Sonderpreis-Projekte ist die Stadt Braunschweig Auftraggeberin.
Lobende Erwähnung
Eine Lobende Erwähnung erhielt ebenfalls Krekeler Architekten für die aufwändige Sanierung des Audimax der Technischen Universität Braunschweig, die auch Bauherrin war. Gewürdigt wurde damit eine besondere baukünstlerische Leistung, die über eine bloß denkmalgerechte Instandsetzung hinausgehe.
Festvortrag und Preisgericht
Den Festvortrag hielt Prof. Ulrike Mansfeld, Dekanin der Fakultät Architektur Bau und Umwelt an der Hochschule Bremen. Prof. Christa Reicher, Vorsitzende des Gestaltungsbeirats der Stadt Braunschweig, gab Einblicke in die Arbeit des Preisgerichts und in die Entscheidungsprozesse.
Das achtköpfige Preisgericht stand unter Vorsitz von Stadtbaurat Gerold Leppa und setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Gestaltungsbeirats für die Fachbereiche Architektur, Stadtplanung, Freiraumplanung und ressourcenschonendes Bauen sowie aus Vertreterinnen und Vertretern der Politik zusammen. Alle Entscheidungen fielen einstimmig. Eine engere Wahl von zehn Projekten wurde im Rahmen der Preisgerichtssitzung auch vor Ort begutachtet.
Hintergrund zum Preis
Der Peter Joseph Krahe-Preis wird etwa alle fünf Jahre ausgelobt und hat eine lange Tradition. Seit 1954 würdigt die Stadt Braunschweig damit hervorragende Gestaltungsleistungen auf dem Gebiet der Architektur, des Ingenieurbaus und der Garten- und Landschaftsgestaltung. Die Vergabe des 16. Peter Joseph Krahe-Preises 2026 hatte der Rat der Stadt Braunschweig im vergangenen Jahr beschlossen. Berücksichtigt wurden Bauprojekte im Stadtgebiet Braunschweig, die seit der letzten Preisverleihung 2020 fertiggestellt wurden.
Seit seiner Einführung wird der Preis in Form von Bronzeplaketten an Bauherrinnen und Bauherren sowie Verfasserinnen und Verfasser der Entwürfe gemeinsam verliehen. Der Sonderpreis wird mit einem Geldbetrag von jeweils 2.500 Euro für Bauherren und Urheber der Entwürfe honoriert.
Weitere Informationen
Unter www.braunschweig.de/krahe-preis informiert die Stadt Braunschweig über den Architekturpreis.
Ausgezeichnete Projekte
- Peter Joseph Krahe-Preis 2026: m+p DAS NEUE BÜRO, Wilhelmstraße 20, 38100 Braunschweig
- Peter Joseph Krahe-Preis 2026: Dreifeldsporthalle IGS Volkmarode, Seikenkamp 10a, 38104 Braunschweig
- Peter Joseph Krahe-Preis 2026: Georg-Eckert-Campus der Leibniz-Gemeinschaft für internationale Schulbuchforschung, Freisestraße 1, 38114 Braunschweig
- Sonderpreis: Grundschule Melverode, Görlitzstraße 9, 38124 Braunschweig
- Sonderpreis: Stadtlounge Westbahnhof, Westbahnhof, 38118 Braunschweig
- Lobende Erwähnung: Audimax der TU Braunschweig, Universitätsplatz 3, 38106 Braunschweig
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