„L’Orfeo“ neu inszeniert im Städtischen Museum Braunschweig
Teilaufführung mit freiem Eintritt am 6. September um 14 Uhr – szenische Fassung der ersten beiden Akte mit jüdischer Perspektive und Fokus auf Erfahrungen antisemitischer Gewalt
Im Rahmen der Sonderausstellung „Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland“ wird am Sonntag, 6. September, um 14 Uhr im Städtischen Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, eine Neuinszenierung von Claudio Monteverdis Oper „L’Orfeo“ teilaufgeführt. Die Veranstaltung dauert etwa 40 Minuten. Der Eintritt ist frei.
Gezeigt wird eine szenische Fassung der ersten beiden Akte. Es spielt ein Ensemble aus jungen professionellen Künstlerinnen, Künstlern und Studierenden. Verantwortlich ist das Team „Callisto Collective“, dem Leila Schütz (Regie), Ariel Elbert (Ausstattung), Mika Ehrlich (Dramaturgie), Ron Kaslasy (Choreographie) und Tuna Dagdelen (Musikalische Leitung) angehören.
Monteverdis „L’Orfeo“ aus dem Jahr 1607 gilt als eine der ersten Opern überhaupt. Grundlage ist die mythologische Geschichte von Orpheus, dessen geliebte Eurydike stirbt. Kraft seiner Musik handelt Orpheus eine zweite Chance für die Geliebte aus, verliert sie bei seinem Besuch in der Unterwelt dann aber endgültig.
Das künstlerische Team erzählt diese tragische Geschichte in der Neuinszenierung aus einer jüdischen Perspektive und reflektiert unter anderem Leiderfahrungen und antisemitische Gewalt bis hin zum Massaker des 7. Oktober. Nach Angaben des Teams steht die Darstellung im Zeichen einer Lesart, in der reale, gegenwärtige Erfahrungen mit Gewalt und Trauer an die Stelle der Nymphen und Hirten und ihrer Reigen und Klagen treten. Die Geschichte zerfalle dabei in ein Trauma und eine Nachgeschichte, in der künstlerische und intime Emotionen ihre Widersprüche aneinander abarbeiten.
Das Projekt wird unterstützt vom Fachbereich Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig, dem Staatstheater Braunschweig, der Stiftung Braunschweiger Land und der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover K.d.ö.R. Die Aufführung ist Teil der Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide.
Sie findet im Rahmen des Projektes Antisemitismusprävention mit der Niedersächsischen Erwachsenenbildung (ANNE III) statt. ANNE wird durch das Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des L-DZ Niedersachsen dar; für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden die Verantwortung.
Infos zum Städtischen Museum
Das Museum hat dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Telefonisch ist es unter (0531) 470 4521 erreichbar, per E-Mail unter [email protected]. Weitere Informationen gibt es unter www.braunschweig.de/museum.
Eintritt ins Museum
Der reguläre Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro. Ermäßigt zahlen Schülerinnen, Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung, Rentnerinnen, Rentner sowie Inhaberinnen und Inhaber des „Braunschweig Passes“ 2,50 Euro. Kinder von 6 bis 16 Jahren zahlen 2 Euro. Schulklassen und Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt.
Das Städtische Museum ist uneingeschränkt barrierefrei. Es nimmt außerdem an der MuseumsCard der Braunschweiger Museen teil. Diese kostet 22 Euro und ermöglicht einmalig freien Eintritt sowie dauerhaft ermäßigten Eintritt bei Folgebesuchen für ein Jahr in den sieben größten Museen Braunschweigs. Die MuseumsCard ist auch im Städtischen Museum erhältlich. Informationen dazu gibt es unter www.braunschweig.de/museumscard.
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