Osnabrück erinnert am 9. November mit Gedenkfeier an Pogromnacht

Osnabrück erinnert am 9. November mit einer Gedenkfeier im Schloss und einem Gedenkgang an die Opfer der Pogromnacht. Das Rahmenprogramm beginnt am 25. Oktober.

Von Presse-Service.de2 Min. Lesezeit

Mit einer Gedenkfeier und einem Rahmenprogramm erinnert Osnabrück am 9. November an die Opfer der Pogromnacht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschlandexterner Link, öffnet ein neues Fenster zahlreiche Synagogen. Auch das jüdische Gotteshaus in Osnabrück wurde in Brand gesetzt. Es befand sich an der heutigen Alten Synagogen-Straße. Jüdische Bürgerinnen und Bürger wurden verhaftet oder gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt.

Gedenkfeier im Schloss

Die zentrale Gedenkfeier beginnt am Montag, 9. November, um 16.30 Uhr in der Aula des Schlosses Osnabrück. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums „In der Wüste“ gestalten sie mit dem szenischen Spiel „Nie wieder ist jetzt!“ und musikalischer Begleitung. Im Mittelpunkt stehen Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden, unter anderem am Beispiel des Osnabrückers Peter van Pels. Außerdem werden Kunstexponate zum Thema Menschenwürde in Geschichte und Gegenwart gezeigt.

Im Anschluss führt ein Gedenkgang zum Ort der zerstörten Synagoge an der Alten-Synagogen-Straße. Dort sind eine Kranzniederlegung am Mahnmal „Alte Synagoge“ und Gebete vorgesehen. Für den Besuch der Feier in der Aula ist eine Anmeldung erforderlich. Informationen und Anmeldung gibt es beim Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück unter Telefon 0541 323-2462 oder per E-Mail an [email protected].

Weitere Veranstaltungen im November

Das Rahmenprogramm beginnt am Sonntag, 25. Oktober, mit der Ausstellung „Unter den Teppich gekehrt“ von Manfred Blieffert in der Gedenkstätte Augustaschacht. Sie widmet sich der Täterproblematik und fragt anhand lokaler NS-Täterbiografien, wie und warum Menschen das NS-Regime unterstützten.

Am Samstag, 31. Oktober, liest die Schriftstellerin und Poetry-Slam-Europameisterin Theresa Sperling um 20 Uhr in der Lagerhalle Osnabrück aus Tagebucheinträgen und Korrespondenzen ihres Großvaters Prof. Dr. med. Georges Schaltenbrand. Der Neurologe führte im Rahmen seiner Multiple-Sklerose-Forschung Menschenversuche durch. Baruch Chauskin, Kantor der jüdischen Gemeinde Osnabrück, begleitet die Lesung musikalisch.

Am Montag, 2. November, erinnern Roman Salyutov am Klavier und Alexander Lifland an der Violine um 19 Uhr in der Jüdischen Gemeinde Osnabrück mit dem moderierten Konzert „Nur seine Geige ist geblieben“ an den Holocaust-Opfer Itzhak Orloff, einen russisch-jüdischen Geiger.

Eine Matinee zur Oper „Peter van Pels“ ist für Sonntag, 8. November, um 11.30 Uhr im Theater am Domhof angekündigt. An der Veranstaltung zur gleichnamigen Oper wirken unter anderem die Jüdische Gemeinde und Osnabrücker Schulen mit. Peter van Pels war der Junge aus Osnabrück, in den sich Anne Frank im Versteck in Amsterdam verliebte. Er starb im Alter von 18 Jahren im Konzentrationslager Mauthausen.

Am Montag, 16. November, geht es um 18.30 Uhr in der Volkshochschule Osnabrück um die Schicksale von Janette Blitz, einer Schulfreundin von Anne Frank, und Camilla Spira, einer Berliner Schauspielerin. Der Vortrag von Mathias Middelberg und Melissa Müller fragt, warum der Jurist Hans Calmeyer in Spiras Fall positiv, in Blitz’ Fall dagegen negativ entschied. Calmeyer war in der NS-Besatzungsverwaltung in Den Haag für Entscheidungen über „rassische Zweifelsfälle“ zuständig.

Das Gesamtprogramm mit weiteren Vorträgen, Konzerten und Führungen steht auf der Internetseite der Stadt Osnabrückexterner Link, öffnet ein neues Fenster zum Download bereit. Gedruckte Programme liegen nach Angaben der Stadt an vielen öffentlichen Orten aus.

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