Fachtag „Potentiale der Migrationsgesellschaft sichtbar machen“ im Weserschlößchen
KMN, Landkreise Nienburg und Diepholz widmeten den vierten Fachtag Fragen zu Öffnung, Vielfalt und Zivilcourage.
Bereits zum vierten Mal hat der Regionalverbund „Kooperative Migrationsarbeit Niedersachsen“ (KMN) gemeinsam mit den Landkreisen Nienburg und Diepholz zu seiner zentralen Fachveranstaltung eingeladen. Der Fachtag mit dem Titel „Potentiale der Migrationsgesellschaft sichtbar machen“ fand am 10. September im Nienburger Weserschlößchen statt.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Fragen zu gesellschaftlicher Öffnung, Vielfalt und Zivilcourage. Nach Angaben der Veranstalter fand der Fachtag dank der anhaltend guten Resonanz zum vierten Mal in Folge statt.
Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen
Besonders die Zusammensetzung der Teilnehmenden prägte den Austausch. Fachkräfte aus Kitas, Grundschulen, weiterführenden Schulen, Beratungsstellen und der Lebenshilfe kamen mit weiteren Akteurinnen und Akteuren zusammen, die im Bereich Migration tätig sind.
Zur Begrüßung betonte die Sozialdezernentin des Landkreises Nienburg, Kathrin Woltert, die wachsende Bedeutung des Themas und stellte die Frage, wie sich die Gesellschaft öffnen könne. Sie verwies dabei auf die Notwendigkeit von mehr Miteinander und darauf, dass es auch an jeder und jedem Einzelnen liege.
Vortrag und Workshops
Den Einführungsvortrag hielt die politische Bildungsreferentin Sara Paßquali zum Thema „Chancengerechtigkeit durch Perspektivwechsel – von Defizitdiskursen zu Ressourcenorientierung“. Im Anschluss folgten sechs Workshops. Behandelt wurden unter anderem berufliche Ressourcen zugewanderter Frauen, mediale Diskurse über Rassismus, die Nutzung von Sprache sowie die Folgen von Diskriminierung.
Die Veranstalter verzeichneten nach eigenen Angaben ein großes Interesse an dem Fachtag. Verbundsprecherin Anke Egblomassé erklärte, dies sporne den KMN-Verbund an, weitere Fachtage zu organisieren. Sie verwies zudem darauf, dass es im pädagogischen Arbeitsfeld im Alltag oft nur wenige Möglichkeiten für spartenübergreifenden Dialog gebe.
Deutliche Reaktionen im Publikum
Bereits zum Auftakt setzte die Veranstaltung emotionale Impulse. Laut Bericht wurden Diskriminierungserfahrungen in einer interaktiven Übung direkt zu Beginn des Impulsvortrages aufgegriffen. Dabei sei deutlich geworden, dass bereits eine einzelne persönliche Zuschreibung eine Person stark reduzieren und ausgrenzend wirken könne.
Carmen Prummer, Leiterin der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe beim Landkreis Nienburg, hob hervor, dass die zentrale Fragestellung der Hauptreferentin gelautet habe: „Was hätte ich 1933 gemacht?“ Mit der Botschaft „Du tust es jetzt!“ habe Sara Paßquali die Dringlichkeit von Zivilcourage im Hier und Jetzt unterstrichen.
Der Praxisteil des Fachtages stieß nach Angaben der Veranstalter auf breite Zustimmung. Alle sechs angebotenen Workshops seien sehr gut belegt gewesen. In einer Blitzlichtrunde am Ende der Veranstaltung sei deutlich geworden, dass die Arbeitsphasen als intensiv und bereichernd für die konkrete berufliche und ehrenamtliche Praxis erlebt worden seien.
Veranstaltungen der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe werden durch das Nds. Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gefördert.
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