Landkreis Nienburg plant halbjährlichen Austausch zum Bevölkerungsschutz

Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Einsatzorganisationen, Versorgern, Gesundheitswesen und weiteren Stellen haben sich im Spätsommer im Landkreis Nienburg/Weser zu aktuellen Fragen des Bevölkerungsschutzes ausgetauscht. Die Besprechung soll der Auftakt für ein dauerhaftes Format sein: Angestrebt wird ein halbjährlicher Austausch.
Im Mittelpunkt standen die Vorbereitung auf Krisen und die Frage, welche Fähigkeiten für deren Bewältigung benötigt werden, bereits vorhanden sind oder noch fehlen. Fachbereichsleiter Jonas Wehnekamp stellte dazu den Auftrag und die neuen Strukturen des Fachbereiches 16 Bevölkerungsschutz vor. Eine strukturierte Risikoanalyse mit Soll-Ist-Vergleich soll künftig helfen, Maßnahmen nachvollziehbar zu priorisieren. Daraus könnten etwa gemeinsame Konzepte, Übungen, Fortbildungen oder Beschaffungen folgen.
Landrat Detlev Kohlmeier verwies bei der Eröffnung auf veränderte sicherheitspolitische Rahmenbedingungen, Extremwetter und mögliche Ausfälle kritischer Infrastruktur. Ein Fachvortrag von Oberstleutnant Hermann Bischoff, Leiter des Kreisverbindungskommandos Nienburg/Weser der Bundeswehr, behandelte den OPLAN DEUTSCHLANDexterner Link, öffnet ein neues Fenster und die zivil-militärische Zusammenarbeit.
Drei Themen in Workshops
In drei Workshops befassten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Aufgaben. Beim Thema Notfallinformationspunkte, die häufig auch als „Leuchttürme“ bezeichnet werden, ging es um den Stand ihrer Ausgestaltung in den Kommunen. Diese Anlaufstellen sollen der Bevölkerung insbesondere bei länger andauernden Strom- und Kommunikationsausfällen Orientierung und die Möglichkeit zur Hilfeanforderung bieten. Die Beteiligten verglichen Ausstattung und Erfahrungen und prüften, ob sich gemeinsame Standards oder Mindestanforderungen entwickeln lassen.
Ein weiterer Workshop widmete sich der tatsächlichen Verfügbarkeit von Mitarbeitenden bei Ver- und Entsorgungsunternehmen in außergewöhnlichen Lagen. Familiäre Verpflichtungen, eigene Betroffenheit, fehlende Mobilität und parallele Aufgaben können beeinflussen, wie viele Beschäftigte tatsächlich einsatzfähig sind. Als möglicher nächster Schritt wurde ein persönlicher Verfügbarkeitscheck erarbeitet. Er soll Hindernisse sichtbar machen, ohne private Lebensumstände offenzulegen.
Hilfsorganisationen und Klinikvertreter diskutierten, wie Rettungsdienst und Notaufnahmen in einer Krise entlastet werden können, ohne die notwendige medizinische Versorgung einzuschränken. Dabei ging es unter anderem um eine gezieltere Steuerung von Patientinnen und Patienten, alternative Versorgungswege und einen besseren Überblick über Behandlungskapazitäten und verfügbare Klinikbetten.
Der Landkreis sieht in dem Austausch eine Möglichkeit, örtliche Kenntnisse, Einsatzerfahrung, Wissen über Versorgungsnetze und medizinische Perspektiven zusammenzuführen. Bei den angestrebten halbjährlichen Treffen sollen die Beteiligten Entwicklungen besprechen, Erfahrungen teilen und konkrete Themen gemeinsam weiterbearbeiten.
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