Aktionstag am 20. Oktober: Mehr Verständnis für nicht sichtbare Behinderungen

Zum Aktionstag am 20. Oktober wirbt Wesermarsch-Beauftragte Anita Herrmann für mehr Verständnis und Rücksicht gegenüber Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen.

Von Redaktion LK Wesermarsch1 Min. Lesezeit
Anita Herrmann setzt sich beim Landkreis Wesermarsch für Menschen mit sichtbaren und nicht sichtbaren Behinderungen ein.

Foto: Landkreis Wesermarsch/Meister

Foto: Landkreis Wesermarsch/Meister

Nicht jede Behinderung ist auf den ersten Blick zu erkennen. Zum internationalen „Tag der nicht sichtbaren Behinderungen“ am Dienstag, 20. Oktober 2026, wirbt Anita Herrmann, Kreisbehindertenbeauftragte des Landkreises Wesermarsch, für mehr Verständnis und Rücksicht im Alltag.

Chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Autismus, Diabetes oder psychische Erkrankungen können mit Einschränkungen einhergehen, die Außenstehenden verborgen bleiben. „Der Satz ‚Man sieht dir doch gar nichts an!‘ ist für viele Betroffene kein Kompliment, sondern der Beginn einer ständigen Rechtfertigung im Alltag“, erklärt Herrmann.

Eine nicht sichtbare Einschränkung mindert nicht den Anspruch auf ein gleichberechtigtes Miteinander. Oft erfordert sie sogar besonders viel Kraft, um den Alltag in der Gesellschaft zu bewältigen. Barrieren entstehen dabei nicht nur durch fehlende Rampen oder andere bauliche Hindernisse. Auch beim Einkaufen, im Bus oder bei Freizeitaktivitäten können mangelndes Verständnis und vorschnelle Urteile zur Belastung werden. Enge, volle Räume und die vielen Reize an öffentlichen Orten können für Menschen mit ADHS eine besondere Herausforderung sein. Menschen mit chronischen Erkrankungen können zudem plötzlich erschöpft sein.

Herrmann appelliert, die Bedürfnisse anderer ernst zu nehmen, auch wenn ihre Einschränkungen äußerlich nicht sichtbar sind. Neben einem rücksichtsvollen Miteinander seien verlässliche Unterstützungsangebote wichtig. Dazu gehörten familiäre und medizinische Unterstützung sowie Selbsthilfegruppen in der Wesermarsch. Diese werden unter anderem über die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen in Brake koordiniert und bieten Betroffenen Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung zu finden und sich mit ihren Herausforderungen nicht allein zu fühlen.

Der Aktionstag soll Vorurteile abbauen und das Bewusstsein für die unterschiedlichen Lebenssituationen von Menschen mit Behinderungen stärken. Entscheidend sei ein respektvoller und aufmerksamer Umgang, betont Herrmann: „Inklusion beginnt im Kopf und im alltäglichen Miteinander – indem wir aufhören zu urteilen, was wir nicht auf den ersten Blick sehen können.“

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