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Umwelt

Bewilligung in Aussicht für „Transformationsprozess Ipweger Moor – TIMo“

Förderfähig eingestuft: Weiterentwicklung des Ipweger Moors und Wiedervernässung als Leuchtturmregion – Start erfordert noch zusätzliche Schritte und Unterlagen.

Von Redaktion LK Wesermarsch09.09.26, 13:04

Ein großes Moorschutzvorhaben in der Wesermarsch hat eine wichtige Hürde genommen: Der Bund hat den Antrag für das Projekt „Transformationsprozess Ipweger Moor – Kooperations- und Verbundvorhaben“ (TIMo) als förderfähig eingestuft. Der Landkreis hatte dafür ein Volumen von rund 160 Millionen Euro beantragt. Damit steht die Bewilligung nach Angaben des Landkreises in Aussicht. Sollte das Vorhaben erfolgreich weitergeführt werden, will das Land Niedersachsen zusätzlich 10 Millionen Euro bereitstellen.

Im Mittelpunkt des Projekts steht das Ipweger Moor, eines der größten Moorgebiete Nordwestdeutschlands. Die Gesamtfläche beträgt laut Mitteilung rund 8.400 Hektar. Davon liegen rund 6.000 Hektar im Landkreis Wesermarsch, etwa 5.000 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt. Ein kleiner Teil des geplanten Projektgebietes liegt in der Stadt Oldenburg, die ebenfalls Partner des Vorhabens ist.

Mit TIMo soll das Gebiet zu einer bundesweiten Leuchtturmregion für eine klimaschonende und zugleich wirtschaftlich tragfähige Moorentwicklung werden. Ziel ist es nach Angaben der Beteiligten, zu zeigen, dass Wiedervernässung von Moorflächen und landwirtschaftliche Interessen mit den Zielen des Klimaschutzes vereinbar sind.

Landrat Stephan Siefken wertet die Förderfähigkeit des Antrags als großen Erfolg für alle Beteiligten. Er betont zugleich den kooperativen Ansatz des Projekts. Die Transformation könne nur gemeinsam mit den Menschen gelingen, die im Moor leben, wirtschaften und Verantwortung für die Flächen tragen. Vorgesehen sei, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln, die den Klimaschutz voranbringen und den landwirtschaftlichen Betrieben zugleich eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive bieten.

Eine zentrale Rolle soll dabei die Flurbereinigung spielen, die auf freiwilliger Mitwirkung aufbaut. Durch Flächentausch und Neuordnung sollen Nutzungskonflikte entschärft und Alternativflächen für landwirtschaftliche Betriebe geschaffen werden. Dazu zählen nach Angaben des Landkreises auch einzelne neue Wege und Betriebserweiterungen.

Parallel sollen neue Formen moorschonender Bewirtschaftung entwickelt und erprobt werden. Genannt werden teilvernässtes Grünland, Nasswiesen, Paludikulturen und extensive Beweidung. Zudem soll TIMo wirtschaftliche Perspektiven schaffen, unter anderem durch den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten für Biomasse aus nasser oder moorschonender Bewirtschaftung.

Getragen wird der bisherige Prozess von einem breiten regionalen Bündnis. Neben dem Landkreis sind demnach Fachbehörden des Landes, die Landwirtschaftskammer, der Kreislandvolkverband, das Grünlandzentrum, Wasser- und Bodenverbände, der Naturschutz und weitere regionale Partner beteiligt.

Nach der positiven Bewertung durch den Bund ist ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Für den tatsächlichen Start von Maßnahmen stehen jedoch noch weitere Schritte an. Bisher wurde lediglich die Projektskizze als Antrag bewertet. Nun müssen konkret abgefragte Erläuterungen zum Gesamtvorhaben nachgeliefert werden. Die erste Abstimmung mit der Rentenbank, die das Projekt fördertechnisch begleitet, soll noch in dieser Woche erfolgen. Außerdem muss eine rechtlich verbindliche Basis der Zusammenarbeit geschaffen werden. Dafür werden auch die Gremien der jeweiligen Projektpartner beteiligt.

Landrat Siefken dankte den zuständigen Ministerien von Bund und Land für die Unterstützung des Projekts. Zugleich erklärte er, dass der breite Ansatz nun auch auf Bundesebene überzeugt habe. Nun gelte es, die Chancen gemeinsam mit den Projektpartnern zu nutzen.

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Landrat Stephan Siefken dankt den zuständigen Ministerien von Bund und Land für die Unterstützung des Projekts „TIMo“.
Foto: Landkreis Wesermarsch/Meister

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