Region Hannover erläutert SUMP

SUMP: Region Hannover muss bis Ende 2027 für städtische Knoten wie Hannover Hauptbahnhof und Flughafen einen Plan aufstellen, inklusive EU-Monitoring.

Von Redaktion Burgwedel2 Min. Lesezeit

Mit dem Sustainable Urban Mobility Plan, kurz SUMP, steht Regionen, Städten und Gemeinden nach Angaben der Vorlage ein neues zentrales Planungsinstrument für eine nachhaltige, strategische und integrierte Verkehrs- und Mobilitätsplanung zur Verfügung. Im Juli 2023 wurde das Konzept in der Regionsversammlung mit großer Mehrheit politisch beschlossen.

Neue Vorgaben durch die EU-Verordnung

Die Aktualisierung der TEN-V-Verordnung EU 2024/1679 bringt eine unmittelbar gültige Verpflichtung mit sich: Alle „städtischen Knoten“ sollen demnach bis Ende 2027 einen SUMP aufstellen. Für Deutschland nennt die Vorlage 78 solcher Knoten. Hinzu kommen neue inhaltliche Anforderungen, ein umfangreicher Beteiligungsprozess, Indikatoren und Monitoring sowie die Verpflichtung, ab Ende 2027 Mobilitätsdaten an die EU zu melden.

Hannover als „städtischer Knoten“

Für Hannover und die Region Hannover nennt die Vorlage mehrere „städtische Knoten“: „Hauptbahnhof Hannover (inkl. Nah- und Regionalverkehr)“, den Binnenhafen, das „multimodalen Güterverkehrsterminal MegaHub Lehrte“, den Flughafen Hannover-Langenhagen sowie eine Bevölkerungszahl von über 100.000 Einwohner*innen.

Worum es bei einem SUMP geht

Ein SUMP soll die Mobilität einer Stadtregion nachhaltig umgestalten und einen langfristigen strategischen Rahmen für die künftige Mobilitätsentwicklung setzen. Projekte und Maßnahmen werden dabei mit Politik, Bürger*innen und weiteren Interessengruppen erarbeitet und festgelegt. Das Verfahren ist von Beginn an integriert, langfristig, kooperativ und partizipativ angelegt.

Nach der Vorlage unterscheidet sich die nachhaltige urbane Mobilitätsplanung deutlich von der traditionellen Verkehrsplanung. Während diese vor allem auf Verkehr, Kapazität, Geschwindigkeit und Infrastruktur ausgerichtet ist, stellt der SUMP die Menschen in den Mittelpunkt. Ziel sind unter anderem bessere Erreichbarkeit, mehr Lebensqualität, soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Umweltqualität und Wirtschaftlichkeit.

Vorteile und Arbeitsweise

Als Vorteile nachhaltiger Mobilitätsplanung nennt die Vorlage unter anderem die Reduktion von Treibhausgasen im Verkehrssektor, bessere öffentliche Gesundheit durch Luftqualität und Lärmschutz, mehr Verkehrssicherheit sowie eine Verminderung der Pkw-Zahl und eine andere Verteilung des öffentlichen Raums. Außerdem sollen inklusive Mobilitätsangebote entstehen, indem Barrieren abgebaut werden.

Die Planung folgt dabei acht Prinzipien. Dazu gehören die gemeinsame Betrachtung von Stadt und Umland, ein langfristiges Leitbild mit klarem Umsetzungsplan, die Bewertung der Leistungsfähigkeit des Mobilitätssystems, die Zusammenarbeit über Zuständigkeitsgrenzen hinweg sowie die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern und Interessengruppen. Ergänzt werden diese Grundsätze durch die integrierte Entwicklung aller Verkehrsträger, Qualitätssicherung und eine fortlaufende Überwachung der Umsetzung.

Vier Phasen von der Analyse bis zum Monitoring

Die Vorlage beschreibt vier Phasen der nachhaltigen Mobilitätsplanung: Zunächst werden Arbeitsstrukturen eingerichtet, der Planungsrahmen definiert und die Ausgangslage analysiert. Danach folgen Strategieentwicklung mit Szenarien, Leitbild, Zielen und Indikatoren sowie die Maßnahmenplanung mit Finanzierung, Zuständigkeiten und konkreten Vereinbarungen. Abschließend geht es um Umsetzung und Monitoring, also darum, Fortschritt zu messen und Erkenntnisse auszuwerten.

Ansprechpartnerin

Für Rückfragen zur Vorlage nennt die Region Hannover Johanna Grüne, Fachbereich Verkehr, Telefon 0511/616 28 355, E-Mail [email protected].

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