VW-Azubis arbeiten in der Gedenkstätte Auschwitz

Achtzehn Auszubildende von Volkswagen und Schülerinnen und Schüler einer Berufsschule im polnischen Kety haben bei einem internationalen Jugendaustausch in der Gedenkstätte Auschwitz Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten unterstützt. Bei einem Empfang im Ratssaal des Rathauses Salzgitter berichteten sie von den Erfahrungen während ihres zwölf Tage dauernden Aufenthalts.
Die Jugendlichen halfen unter anderem, Töpfe zu restaurieren, Wege von Schmutz zu befreien und Dachziegel zu reinigen. Außerdem erneuerten sie Rahmen für Bilder von Häftlingen. Die Gruppe besuchte das Stammlager und Birkenau und konnte auch Bereiche der Gedenkstätten sehen, die regulären Besucherinnen und Besuchern nicht zugänglich sind.
Zu den Begegnungen gehörte ein Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Janina Iwańska, die von ihren Erlebnissen im Konzentrationslager Auschwitz berichtete. Eine Auszubildende sagte, die Begegnung habe deutlich gemacht, dass noch Menschen lebten, die diese Geschichte selbst erlebt hätten. Ein polnischer Schüler erklärte: „Das Wissen, das ich hier mitgenommen habe, bleibt bei mir bis zum Ende meines Lebens.“
Begegnung und Erinnerung
Der Zweite Bürgermeister Christian Striese begrüßte die Gruppe im Rathaus und gab einen Einblick in die Geschichte der Stadt während der NS-Zeit. Er erinnerte an die Hermann-Göring-Werke und die KZ- und Zwangsarbeiterlager im Stadtgebiet. Beim Aufbau der Rüstungswerke seien rund 4.000 Menschen ums Leben gekommen, sagte Striese. Die Opfer würden an verschiedenen Orten und zu zahlreichen Anlässen in Salzgitter geehrt.
Zum Programm gehörten außerdem ein Besuch des Volkswagen-Werks in Salzgitter, Einblicke in die Stadtgeschichte von Braunschweig und Salzgitter sowie politische Gespräche. Den Abschluss bildete eine Nachbereitung der gemeinsamen Erfahrungen an den VW-Standorten Braunschweig und Berlin.
Die Volkswagen AG bietet die Teilnahme an der „Gedenkstättenarbeit“ in Auschwitz seit 1987 im Rahmen internationaler Jugendaustauschmaßnahmen an. Seit 2012 findet das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Auschwitz Komitee statt. Nach Angaben der Stadt nehmen jährlich etwa 110 Jugendliche aus Deutschlandexterner Link, öffnet ein neues Fenster und Polen an den Projekten in der Gedenkstätte teil.
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