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Lokale Nachrichten

Wunstorf startet in die dezentrale Wärmewende

Klimacoach-Veranstaltung informiert über klimafreundliche Heizoptionen und Fördermöglichkeiten ohne Wärmenetz

Von Wunstorfs Redaktion22.09.25, 14:18

Menschen im Artikel

CP
Carsten Piellusch
SP
Svenja Puls
DM
Dr. Monika Mannah
FK
Frederik Küting
DP
Dr. Peter Moser

Die Informationsveranstaltung „Mein Klimacoach – zukunftsfähig heizen ohne Wärmenetz“ setzte Anfang September in Wunstorf ein deutliches Zeichen für die dezentrale Wärmewende. In gemeinsamer Organisation durch die Klimaschutzagentur Region Hannover und die Stadt Wunstorf wollten die Initiatoren gezielt darüber aufklären, wie Haushalte auch unabhängig vom Wärmenetz langfristig klimafreundlich heizen können.

Von der kommunalen Wärmeplanung zum individuellen Heizungskonzept

Mit der Veranstaltung knüpften Stadt und Klimaschutzagentur direkt an die Vorstellung der Kommunalen Wärmeplanung aus dem Vormonat an. Bürgermeister Carsten Piellusch und Klimaschutzmanagerin Svenja Puls begrüßten die Teilnehmenden persönlich. Piellusch berichtete über seine eigenen Erfahrungen beim Heizungstausch und betonte die Bedeutung von Aufklärung und Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger.

Im Laufe des Programms unterstrich Dr. Monika Mannah, Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Region Hannover, die Vielfalt der nutzbaren Beratungsangebote. Bereits zu Beginn verwies sie auf weiterführende Informationen bei der Klimaschutzagentur.

Klimaschutzagentur Region Hannover

Fachvorträge zu Gesetzen, Technologien und Fördermöglichkeiten

Energieberater Frederik Küting stellte die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen vor: Ab Juli 2028 sind Hauseigentümer verpflichtet, defekte Heizungen durch Systeme zu ersetzen, die mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Eine fünfjährige Übergangsfrist berücksichtigt dabei die Planungs- und Umsetzungszeit.

Kurz erklärtErneuerbare Energien

Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die sich auf natürliche Weise erneuern oder praktisch unerschöpflich sind, wie Sonne, Wind oder Erdwärme.

Küting erläuterte verschiedene Heizungstechnologien wie Wärmepumpen, Pelletheizungen oder kleine Wärmenetze. Durch Beispielrechnungen zeigte er, wie Förderprogramme und niedrigere Betriebskosten langfristig Vorteile für Hausbesitzer bieten. Sein Appell: Unabhängige, geförderte Energieberatungen sollten frühzeitig genutzt werden, um individuelle Lösungen zu finden.

Empfohlen wurde dabei die Vor-Ort-Beratung, bei der Experten die jeweiligen Gegebenheiten des Hauses prüfen und maßgeschneiderte Empfehlungen aussprechen.

Dezentrale Lösungen im Fokus

In Wunstorf werden laut Klimaschutzkonzept künftig nur wenige Gebäude an ein Wärmenetz angeschlossen. Dr. Peter Moser vom Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende betonte daher, dass dezentrale Lösungen und der Erfahrungsaustausch unter Eigentümern eine zentrale Rolle spielen. Er ermutigte dazu, sich an der Energiewende zu beteiligen – zum Beispiel über Thermografie-Rundgänge oder Wärmepumpen-Partys im eigenen Umfeld.

Kurz erklärtThermografie-Rundgang

Ein Thermografie-Rundgang ist eine Begehung, bei der mit Infrarotkameras die Wärmeverluste eines Gebäudes sichtbar gemacht werden, um energetische Schwachstellen zu finden.

Gemeinschaft als Schlüsselfaktor

Klimaschutzmanagerin Svenja Puls hob hervor, wie wichtig der Austausch von Erfahrungen ist: „Die Wärmewende schaffen wir nur gemeinsam. Deshalb brauchen wir in Wunstorf Menschen, die bereit sind, ihre Erfahrungen mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn zu teilen.“ Die Stadt Wunstorf bietet Unterstützung bei der Organisation solcher Austauschformate und kann bei Bedarf vermitteln.

Praxisnahe Einblicke und individuelle Beratung

Für greifbare Praxis sorgte Sven Lathwesen aus Wunstorf, der über den Einbau seiner Wärmepumpe und die Kombination mit einer Solaranlage berichtete. In der anschließenden Fragerunde beantworteten er sowie Energieberaterinnen, Versorger und Handwerksbetriebe individuelle Fragen der Anwesenden.

Kurz erklärtWärmepumpen-Party

Eine Wärmepumpen-Party ist eine Veranstaltung, bei der Bürgerinnen und Bürger ihre Erfahrungen mit dem Einbau und Betrieb einer Wärmepumpe direkt vor Ort im eigenen Haus weitergeben.

Markt der Möglichkeiten und Energietreffs

Den Abschluss bildete der „Markt der Möglichkeiten“, auf dem Unternehmen, lokale Energieversorger, Handwerksbetriebe und Beratungsstellen mit Infoständen vertreten waren. Darunter: Stadtwerke Wunstorf, Enofect, PV Green, Enercity, Schneider & Sohn, Buderus, SOLVIS, Sunshine, die Verbraucherzentrale und die Klimaschutzagentur. Hier erhielten Interessierte fundierte Tipps und konnten den Dialog mit Fachleuten suchen.

Auch künftig bestehen Austauschmöglichkeiten, etwa in den Energietreffs der Stadt, bei denen Bürgerinnen und Bürger erneut Antworten auf Fragen rund um Energie und Heizung erhalten und individuelle Gespräche mit Energieberaterinnen führen können.

Mehr Informationen zum Klimaschutz in Wunstorf

Klimaschutzmanagement Stadt Wunstorf

Information und Beratung zu Heizungstausch und Energietreffs

Die Veranstaltung zeigte: Die Wärmewende in Wunstorf wird dezentral vorangetrieben – mit professioneller Beratung, Förderangeboten und einem gelebten Erfahrungsaustausch. Wer sich informieren oder aktiv beteiligen möchte, findet Ansprechpartner und Unterstützung direkt vor Ort.

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