Polizeieinsatz im Landkreis Schaumburg: Warnung vor den Gefahren des „Choking-Game“

Landkreis Schaumburg: Polizei und Rettungsdienst reagierten auf eine „Choking-Game“-Mutprobe. Jugendlicher verlor das Bewusstsein; Ermittlungen laufen.

Von Herold Team2 Min. Lesezeit

In dieser Woche ist es im Landkreis Schaumburg zu einem Einsatz von Rettungsdienst und Polizei im Zusammenhang mit einem lebensgefährlichen Online-Trend gekommen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um das sogenannte „Choking-Game“.

Bei dieser Mutprobe wird durch das Zudrücken des Halses die Sauerstoffzufuhr im Gehirn bewusst eingeschränkt, um einen Rauschzustand herbeizuführen. In sozialen Medien wird diese Handlung nach Polizeiangaben teilweise als Challenge oder Mutprobe dargestellt, gefilmt und verbreitet.

Jugendlicher verliert das Bewusstsein

Ein minderjähriger Jugendlicher aus dem Landkreis Schaumburg soll in dieser Woche eine solche im Internet kursierende Challenge angewandt und einen ebenfalls minderjährigen Jugendlichen in einen Würgegriff genommen haben, bis dieser das Bewusstsein verlor. Alarmierte Rettungskräfte versorgten den Jugendlichen umgehend. Anschließend wurde er in die Obhut seiner Eltern übergeben.

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei solchen Handlungen nicht um eine schadlose Mutprobe handelt, auch wenn die betroffene Person mutmaßlich einwilligt oder die Handlung vorschlägt. Eine Einwilligung ist in solchen Fällen wegen der konkreten gesundheitlichen Gefahr rechtlich nicht möglich.

Warnung vor schweren Folgen

Das Abschnüren der Blutzufuhr oder der Atemwege führt nach Polizeiangaben zu einer Sauerstoffunterversorgung und kann nicht nur unkontrollierte Sturzverletzungen verursachen, sondern auch zu irreversiblen Hirnschäden oder zum Tod führen. Die Ermittlungsbehörden leiten in derartigen Fällen konsequent Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Auch wenn es sich bislang um Einzelfälle handelt, warnt die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg eindringlich und appelliert an Erziehungsberechtigte, mit ihren Kindern über die Gefahren von Social-Media-Trends und Online-Challenges zu sprechen. Jugendliche sollten darüber aufgeklärt werden, dass körperliche Übergriffe lebensgefährliche Konsequenzen haben können und dass auch das Animieren zu solchen Handlungen oder das Verbreiten entsprechender Inhalte strafrechtliche Folgen haben kann.

Zudem rät die Polizei, Kinder für Gruppenzwang zu sensibilisieren und sie darin zu bestärken, Nein zu sagen und sich von gefährlichen Mutproben abzuwenden. Auch die Mediennutzung solle im Blick behalten werden, um Risiken frühzeitig zu erkennen.

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