ZIVOS-Redaktion erhält Yilmaz-Akyürek-Preis 2026
Die Redaktion der Zeitschrift „ZIVOS“ ist mit dem Yilmaz-Akyürek-Preis 2026 der Stadt Osnabrück ausgezeichnet worden. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter überreichte den Preis am Freitagabend im historischen Friedenssaal des Rathauses.
Die Zeitschrift für Integration und Vielfalt in Osnabrück entstand aus ehrenamtlichem Engagement und brachte im Mai 2015 ihre erste Ausgabe heraus. Zu den Initiatoren gehörten auch Osnabrücker Integrationslotsen. Das Magazin bietet Raum für Lebensgeschichten, unterschiedliche Perspektiven und gesellschaftspolitische Themen. Als offene Schreibwerkstatt ermöglicht es Interessierten, journalistische Erfahrungen zu sammeln – auch ohne perfekte Deutschkenntnisse.
Mit dem Preis würdigt die Stadt den Einsatz der Redaktion für gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Sichtbarkeit von Vielfalt. Oberbürgermeisterin Pötter betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung der Arbeit in einer zunehmend polarisierten Medienlandschaft: „In unserer heutigen Medienlandschaft gewinnt allzu oft derjenige, der am lautesten polarisiert. Umso wichtiger ist die Arbeit der ZIVOS: Sie beweist seit über zehn Jahren, dass es auch anders geht – leiser, tiefer, verbindlicher und nachhaltiger. Sie gibt den Menschen ein Gesicht und eine Stimme, die in der klassischen bundesweiten Berichterstattung oft nur als Statistik auftauchen.“
Die Redaktion berichtet neben persönlichen Porträts auch über politische Teilhabe. Dazu gehört die Begleitung des Mentoringprojekts „Demokratie.Macht.Integration“ des städtischen Migrationsbeirats. Initiatorin Barbara Behnen erinnerte bei der Preisverleihung an die Anfänge des Magazins. Redaktionsmitglied Jürgen Büscher sagte, mit dem Preisgeld könnten neue Projekte im Sinne des Namensgebers unterstützt und darüber berichtet werden.
Der Preis wird seit 2009 im Gedenken an Yılmaz Akyürek vergeben. Akyürek kam 1965 als Arbeitsmigrant nach Osnabrück, engagierte sich mehr als zwei Jahrzehnte im Ausländerbeirat und setzte sich im türkischen Elternrat für Bildungschancen von Kindern ein. 1999 erhielt er die Bürgermedaille der Stadt. Im Jahr 2027 jährt sich sein Todestag zum 20. Mal; zugleich wäre er 90 Jahre alt geworden.
Vor der diesjährigen Preisverleihung erinnerte Pötter auch an den ersten Preisträger, Aloys Lögering. Der frühere Diözesanbeauftragte für den interreligiösen Dialog war Anfang Oktober im Alter von 83 Jahren gestorben. Als Mitbegründer des Arbeitskreises der Religionen (AROS) und Initiator des Schulprojekts „Judentum begreifen“ habe er Maßstäbe für das friedliche Miteinander in Osnabrück gesetzt.
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