Katastrophenschutzübung „Vechtekater“: Funkprobleme als Schwachstelle

Bei der Katastrophenschutzübung „Vechtekater“ trainierten am vergangenen Samstag rund 1.000 Einsatzkräfte in der Grafschaft Bentheim. Geprobt wurden ein Wald- und Vegetationsbrand in Itterbeck, hochwasserähnliche Situationen in Nordhorn und ein Gefahrgutunfall am Bahnhof in Bad Bentheim. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht.
Drei Szenarien an verschiedenen Orten
In Itterbeck übten die Kräfte die Bekämpfung eines großflächigen Waldbrandes. Neben Bodeneinheiten kamen Hubschrauber zum Einsatz, außerdem wurde ein Jugendzeltlager evakuiert. In Nordhorn trainierten Einsatzkräfte den Umgang mit Hochwasser: Sandsäcke wurden per Boot über die Vechte transportiert und teilweise unter Wasser zu Verwallungen aufgeschichtet. Zudem retteten Taucher Personen aus einem in der Vechte versunkenen Auto und bargen das Fahrzeug. Am Ölmühlenwehr wurden Hochleistungspumpen eingesetzt.
Am Bahnhof in Bad Bentheim simulierten die Beteiligten die Kollision eines Personen- mit einem Güterzug. Fahrgäste mussten evakuiert und medizinisch versorgt, teilweise auch dekontaminiert werden. Parallel sicherten Einsatzkräfte ausgetretene Gefahrstoffe und dichteten ein Leck ab.
An der Übung waren neben Kräften aus der Grafschaft auch überörtliche Einheiten aus anderen Landkreisen, niedersächsische Landes- und Katastrophenschutzeinheiten sowie Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalenexterner Link, öffnet ein neues Fenster und den Niederlanden beteiligt. Vertreten waren unter anderem Feuerwehr, THW, DRK, Malteser Hilfsdienst, Johanniter, DLRG, Bundeswehr und Polizei.
Funkverbindung muss genauer untersucht werden
Der Landkreis zieht eine zunächst positive Bilanz zur Zusammenarbeit der Einheiten. Landrat Uwe Fietzek sagte, die Beteiligten hätten die simulierten Schadenslagen „kollegial und strukturiert abgearbeitet“. Die Übung habe gezeigt, dass die Einsatzkräfte auch über Kreis- und Landesgrenzen hinweg handlungsfähig seien.
Verbesserungsbedarf zeigte sich bei der Funkkommunikation: Zeitweise war eine Verständigung über Funkkanäle nicht möglich, weil das Netz zusammengebrochen war. Die ASDN, die Autorisierte Stelle Digitalfunk Niedersachsen, konnte während der Übung eingreifen und das Problem beheben. Der Landkreis kündigte an, die Ursache genauer untersuchen zu lassen; die ASDN müsse nachbessern.
Rund 100 Personen im Kreishaus übten parallel die Arbeit des Katastrophenschutzstabs, der Technischen Einsatzleitung und der Informations- und Kommunikationseinheit. Auch das Bürgertelefon des Landkreises war für tatsächliche Anfragen aus der Bevölkerung freigeschaltet.
Ergebnisse werden ausgewertet
Die Beobachtungen aus den drei Szenarien in Bad Bentheim, Itterbeck und Nordhorn sollen nun einzeln ausgewertet werden. Dabei geht es unter anderem um Abläufe vor Ort, den Einsatz von Personal und Ressourcen sowie möglichen Optimierungsbedarf. Der Landkreis will aus den Ergebnissen konkrete Maßnahmen ableiten.
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