29 Abgeordnete verlassen den Kreistag Stade

Der Kreistag des Landkreises Stade ist am Freitag, 9. Oktober, zum letzten Mal in der zu Ende gehenden Wahlperiode zusammengekommen. Kreistagsvorsitzende Arnhild Biesenbach und Landrat Kai Seefried ehrten im Kreishaus langjährige Mitglieder und verabschiedeten ausscheidende Abgeordnete. Insgesamt beenden 29 Mitglieder ihr Engagement im Kreistag.
Robert Kamprad und Gerd Lefers gehören dem Gremium seit 35 Jahren an. Helmut Dammann-Tamke ist seit 34 Jahren und acht Monaten dabei, Dr. Harald Stechmann seit 30 Jahren. Lefers und Dr. Stechmann scheiden aus dem Kreistag aus. Mehrere ausscheidende Abgeordnete appellierten an die neu- und wiedergewählten Mandatsträger, sich engagiert und kompromissorientiert für die Demokratie einzusetzen.
Bilanz der Wahlperiode
Landrat Kai Seefried erinnerte an Entwicklungen und Entscheidungen der vergangenen Jahre. Die Wahlperiode begann in der Hochphase der Corona-Pandemie. Bundeswehr-Soldaten leisteten Amtshilfe in Altenheimen und bei der Kontaktnachverfolgung. Mobile Impfteams des Landkreises verabreichten mehr als 30.000 Impfungen.
Nach Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine richtete der Landkreis eine Notunterkunft ein. Inzwischen haben rund 6.000 Vertriebene im Landkreis Stade eine sichere Bleibe gefunden. Freiwillige aus Feuerwehren und Hilfsorganisationen bringen weiterhin regelmäßig Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze.
Auch Katastrophen- und Zivilschutz standen im Rückblick im Mittelpunkt. Innerhalb weniger Monate entstand ein Katastrophenschutzzentrum im Wert von mehr als zwölf Millionen Euro. Die Zuschüsse des Landkreises an Hilfsorganisationen wurden massiv erhöht. Zudem wurden die Feuerwehrtechnische Zentrale und die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle modernisiert. Drei neue Rettungswachen in Harsefeld, Guderhandviertel und Drochtersen sind in Betrieb; die Rettungswache in Stade soll im nächsten Jahr starten.
Im Gesundheitsbereich verwies Seefried auf die Übernahme der städtischen Anteile an den Elbe Kliniken. Sie befinden sich nun in alleiniger Trägerschaft des Landkreises. Das neue Bettenhaus in Stade stehe kurz vor der Fertigstellung. Eine Ausweitung der Medizinerausbildung in Kooperation mit der Stradins-University in Riga sei geplant; dafür entstehe ein Bildungscampus auf dem Klinikgelände.
Service, Bildung und weitere Vorhaben
Personalgewinnung und Digitalisierung seien wichtige Voraussetzungen, um den Service für Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Dazu habe der Landkreis auf transparente Kommunikation gesetzt und erstmals eine Befragung von Kundinnen und Kunden initiiert.
Im Bildungsbereich nannte Seefried den Start der Außenstelle der Förderschule Ottenbeck in der ehemaligen Friedrich-Fröbel-Schule und den Bezug des Anbaus am Harsefelder Aue-Geest-Gymnasium. Außerdem habe der Landkreis umfangreich in Gymnasien und Berufsschulen in Stade und Buxtehude investiert. Das Bildungsbüro engagiere sich unter anderem im Projekt „Bildungskommune“. Die Auszeichnung als „Kinderfreundlicher Landkreis“ sei ein Beleg für das Engagement für Kinder und Jugendliche.
In der Wirtschaftsförderung verwies der Landrat auf ein Projekt zur Weiterentwicklung des Chemie- und Industriestandortes. Der Kreistag sei zudem bereit, bis zu 7,5 Millionen Euro für die Verlegung des Stader Industriegleises bereitzustellen. Die Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms, mit der sich der bisherige Kreistag intensiv befasst hat, werde auch das neue Gremium beschäftigen. Das Programm soll bis Ende 2027 Rechtskraft erlangen.
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