„Mensch: Theater!“ zu Gast an der Geestlandschule: Respekt, Grenzen und gewaltfreier Umgang
Präventionstheater für die 7. und 8. Klassen mit Workshops zu gewaltfreier Erziehung und Partnerschaften
Das Präventionstheater „Mensch: Theater!“ war kürzlich an der Geestlandschule in Fredenbeck zu Gast. Zwei Tage lang standen für die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen Themen wie ein respektvolles Miteinander, das Setzen von Grenzen und ein gewaltfreier Umgang im Mittelpunkt. Organisiert wurde das Angebot von der Frauenberatungsstelle des Landkreises Stade.
Die Pädagogin Tina Götting von der Frauenberatungsstelle betonte die Bedeutung früher Präventionsarbeit. Sie berät Frauen und Mädchen ab 16 Jahren auf Wunsch anonym und erlebt nach eigenen Angaben immer wieder, dass auch junge Frauen von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Frühzeitige Aufklärung sei deshalb wichtig, um Selbstbewusstsein zu stärken, Konflikte gewaltfrei zu lösen und bei Bedarf Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.
Das Theaterprojekt bot den Jugendlichen einen geschützten und altersgerechten Rahmen, um sich mit dem sensiblen Thema auseinanderzusetzen. Durch die Darstellungsweise konnten sie sich in verschiedene Situationen hineinversetzen, eigene Verhaltensweisen reflektieren und lernen, wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen und die Grenzen anderer zu wahren.
Die Theaterpädagoginnen und der Theaterpädagoge bezogen die Jugendlichen immer wieder aktiv ein. Die Schülerinnen und Schüler schlüpften in Rollen und suchten nach Lösungen. In den anschließenden Workshops konnten sie Fragen stellen und erhielten Informationen dazu, dass alle Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. Nach Angaben der Beteiligten gilt dies auch für Partnerschaften, in denen Kontrolle und Demütigungen ebenso keinen Platz haben dürfen wie körperliche Gewalt.
Der Schauspieler und Theaterpädagoge Peter Volksdorf sagte, die Jugendlichen hätten gemerkt, dass sie nicht alleine mit ihren Sorgen und Erfahrungen seien. Mit ihrer Arbeit stärke das Team die Selbstwirksamkeit.
Auch für die Beratungslehrerin Annette Feldkötter und die Schulsozialarbeiterin Henrike Burfeindt von der Geestlandschule ist dieses Anliegen wichtig. Sie unterstützten Tina Götting bei der Umsetzung der Projekttage.
Die Beteiligten verweisen auf die Bedeutung solcher Angebote angesichts der Gewalt gegen Frauen: Jede dritte Frau in Deutschland erlebe mindestens einmal im Leben körperliche und/oder sexualisierte Gewalt, unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. Eine Wiederholung an einer anderen weiterführenden Schule im Landkreis Stade ist bereits geplant.
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