Wesermarsch ergänzt Bevölkerungsschutz-Fuhrpark um geländegängiges UTV
Rund 70.000 Euro für ein Fahrzeug mit Lautsprechertechnik, Halteplattform und Lichtmast im LifeGRID-Projekt
Bevölkerungsschutz: Landkreis schafft geländegängiges Spezialfahrzeug an
Der Landkreis Wesermarsch hat seinen Fuhrpark für den Bevölkerungsschutz um ein sogenanntes UTV, ein „Utility Terrain Vehicle“, erweitert. Das geländegängige Spezialfahrzeug soll vor allem dort eingesetzt werden, wo übliche Rettungsfahrzeuge auf matschigen Wegen oder in schwer zugänglichem Gelände nicht mehr weiterkommen. Auch für Lautsprecherdurchsagen kann das Fahrzeug genutzt werden, wenn Einsatzwagen keine Durchfahrt mehr haben.
Nach Angaben des Landkreises kann das UTV per Infrarot-Blinklicht auch aus der Luft geortet werden. Außerdem verfügt es über eine Halteplattform für eine Schleifkorbtrage, einen pneumatischen Lichtmast mit einer Höhe von vier Metern sowie eine kleine Pritsche für den Transport von Personen oder Material. Laut Landkreis ist das Fahrzeug technisch auch für Lautsprecherdurchsagen ausgerüstet, die noch in rund 400 Metern Entfernung zu hören sind.
Hergestellt wurde das UTV von der Firma REAKTIS mit Sitz in Westerstede. Die Beschaffung erfolgte aus Mitteln des LifeGRID-Projekts. Die Kosten belaufen sich auf rund 70.000 Euro. Zuständig für den Betrieb ist beim Landkreis das Referat für Brand- und Bevölkerungsschutz.
Das Spezialfahrzeug geht auf Erkenntnisse aus dem LifeGRID-Projekt zurück. Das mehrjährige Vorhaben befasst sich mit dem Schutz von hilfebedürftigen Menschen bei Überflutungen und einem längeren Stromausfall. Nach Angaben des Landkreises arbeiten mehrere Organisationen aus der Wesermarsch an dem Projekt mit, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird. In diesem Zusammenhang wurde auch die Flut im Ahrtal beleuchtet.
„Eine Lehre aus den schlimmen Ereignissen war, dass Rettungskräfte geländegängige Fahrzeuge benötigen“, sagt Maren Groeneveld vom LifeGRID-Team. In der Wesermarsch könnte das neue Spezialfahrzeug demnach beispielsweise im unwegsamen Deichvorland eingesetzt werden. Christoph Güttler vom Referat für Brand- und Bevölkerungsschutz des Landkreises erklärt, erste Anfragen von Feuerwehren, die das UTV einsetzen wollen, lägen bereits vor.
Hilfs- und Rettungsorganisationen aus der Wesermarsch, die das Fahrzeug leihweise nutzen wollen, können per E-Mail an [email protected] eine Anfrage senden.
LifeGRID-Projekt
Das LifeGRID-Projekt ist im Oktober 2023 gestartet und endet am 30. September 2027. Ziel ist die Entwicklung von Maßnahmen und Notfallplänen zum Schutz von hilfs- und pflegebedürftigen Personen im Falle eines längeren Blackouts oder einer Überschwemmung.
Zu den Vollpartnern gehören neben dem Landkreis Wesermarsch die Jade Hochschule, der DRK-Kreisverband Wesermarsch, das Institut für Gefahrenabwehr, der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband, die Großleitstelle Oldenburger Land und die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V.
Weitere Informationen zum Projekt sind unter www.lifegrid.de zu finden.
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