„Rücksicht statt Full Speed“: Diskussion über E-Scooter in Buchholz

Europäische Mobilitätswoche in Buchholz: „Rücksicht statt Full Speed“ klärt Regeln für E-Scooter, fordert Prävention und wirbt gegen Manipulation.

Von Redaktion Buchholz in der Nordheide3 Min. Lesezeit
Personengruppe bei einer Podiumsdiskussion zum Thema E-Scooter; mehrere Teilnehmende stehen von links geordnet in Reihe.

Foto: Stadt Buchholz

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Zum Abschluss der Europäischen Mobilitätswoche in Buchholz hat sich eine Diskussionsrunde mit dem sicheren und rücksichtsvollen Umgang mit E-Scootern befasst. Bei der Veranstaltung „Rücksicht statt Full Speed“ ging es darum, wie Konflikte zwischen E-Scooter-Fahrenden und anderen Verkehrsteilnehmern verringert werden können.

Eingeladen hatte das Klimaforum Buchholz. Den fachlichen Einstieg übernahm Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg. An der anschließenden Diskussion beteiligten sich Evelin Jagel und Joris Vietheer vom Jugendrat Buchholz, Waltraut Seegers und Peter Aldag vom Seniorenbeirat sowie Dirk Poppinga und Christopher Neumann von der Polizei. Moderiert wurde die Runde von Grit Weiland und Michael Wiese vom Klimateam Mobilität des Klimaforums. Nach Angaben der Stadt kamen dazu etwa 30 Gäste in der Rathauskantine zusammen.

Welche Regeln für E-Scooter gelten

In der Veranstaltung wurden die grundlegenden Vorschriften für die Nutzung von E-Scootern erläutert. Grundlage waren ein Video von Martin Schwanitz von der Polizei Lüneburg sowie Hinweise von Dirk Poppinga.

  • Nutzerinnen und Nutzer müssen mindestens 14 Jahre alt sein.
  • Das Fahren zu zweit ist nicht erlaubt.
  • In Fußgängerzonen dürfen E-Scooter nicht gefahren werden.
  • Für Menschen unter 21 Jahren sowie für Führerschein-Neulinge in der Probezeit gilt die Null-Promille-Regel.
  • Bereits ab 0,3 Promille kann das Fahren bei entsprechenden Ausfallerscheinungen als Straftat gewertet werden.

Polizei sieht manipulierte Fahrzeuge als wachsendes Risiko

Als besonders problematisch bezeichnete Poppinga technische Manipulationen an E-Scootern. Er sprach sich zudem für höhere Bußgelder bei Verstößen aus. Außerdem warb er dafür, beim Fahren einen Helm zu tragen, auch wenn dafür bislang keine Pflicht besteht.

Unterschiedliche Sichtweisen auf Verbote und Prävention

Aus dem Seniorenbeirat wurden zahlreiche Beschwerden über Beinaheunfälle mit E-Scooter-Fahrenden geschildert. Nach Einschätzung der Beteiligten werde insbesondere von jungen Fahrern möglicherweise unterschätzt, wie sehr sich andere Verkehrsteilnehmer durch die leisen Fahrzeuge erschrecken können.

Peter Aldag, Vorsitzender des Seniorenbeirats, erklärte, dass der Beirat beantragt habe, Verbotszeichen zum Befahren der Fußgängerzone anzubringen. Dirk Poppinga verwies in der Diskussion darauf, dass es in der Straßenverkehrsordnung bislang kein entsprechendes Schild gebe. Zugleich machte er deutlich, dass Verbote aus seiner Sicht nur dann wirksam seien, wenn sie auch kontrolliert werden könnten. Er plädierte deshalb für einen Ausbau der Prävention.

Diesen Ansatz unterstützte auch der Jugendrat. Evelin Jagel sprach sich für verpflichtende Kurse mit zeitgemäßer Prävention aus. Nach ihrer Auffassung sollte Aufklärung stärker als bisher auch von Jugendlichen selbst vermittelt werden. Fahrverbote lehnt der Jugendrat ab und verweist auf die Bedeutung von E-Scootern für die Mobilität junger Menschen.

Weitere Aktionen der Mobilitätswoche

Die Diskussion zu E-Scootern war nach Angaben der Stadt der Höhepunkt der diesjährigen Europäischen Mobilitätswoche in Buchholz. Daneben gab es weitere Aktionen:

  • den PARK(ing) Day des Vereins Buchholz fährt Rad,
  • die Bus-Rallye der Stadtwerke,
  • eine Tempo-30-Aktion vor drei Grundschulen in Kooperation mit der Verkehrswacht,
  • sechs Straßenfeste,
  • eine Radtour auf der Bequem-und-sicher-Route mit Stadtbaurat Manuel Reichel und dem Radverkehrsbeauftragten Maximilian David Müller.

Bei der Veranstaltung „Mobilität für die Zukunft“ wurden außerdem Projekte vorgestellt, die Alternativen zum Autoverkehr stärken sollen. Dazu zählten Beiträge von Karin Sager vom Verein autofrei leben, Beate Trützschler vom Schulexpress der Mühlenschule Holm-Seppensen sowie Andreas Neises und Arndt von Diepenbroick zum Projekt „Radservice für alle – bike to school wie cool“ der Johann-Peter-Eckermann-Realschule Winsen.

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