Graffiti-Festival „Hit the Trog“: Gemeinsame Aufarbeitung rund um ein Werk
Rund um ein Werk beim Graffiti-Festival „Hit the Trog“ in Emden ist es nach Angaben der Beteiligten zu einer gemeinsamen Aufarbeitung gekommen. In einem persönlichen Gespräch haben sich die beteiligten Künstler, der Graffiti-Verein Ostfriesland, KulturEvents und Vertreter der Stadt Emden über die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Ereignisse ausgetauscht. Ziel war es, die Situation gemeinsam zu klären und die entstandenen Missverständnisse zu besprechen.
Nach Darstellung der Beteiligten lässt sich die Kontroverse nicht auf das Fehlverhalten einer einzelnen Person oder einer einzelnen Seite reduzieren. Einigkeit besteht demnach darin, dass es keinen einzelnen Schuldigen für die entstandene Situation gibt. Vielmehr seien unterschiedliche Wahrnehmungen und Erwartungen, Kommunikationsprobleme sowie eine Verkettung unglücklicher Umstände zusammengekommen.
Die beteiligten Künstler hatten ihre Idee für den Beitrag im Vorfeld beschrieben und waren davon ausgegangen, ihr Werk im Rahmen des Festivals umsetzen zu können. Entsprechend groß sei ihre Irritation und ihr Bedauern gewesen, als die teilweise Umsetzung zu einer Kontroverse führte.
Die Verantwortlichen des Graffiti-Vereins und von KulturEvents gingen nach eigener Darstellung davon aus, dass die Gebräuche eines Graffiti-Festivals, lediglich subtile politische Darstellungen zu nutzen, bekannt seien. Nachdem das unfertige Werk zu Kontroversen geführt hatte und die Künstler am Samstagabend dringend in den Trog gebeten wurden, um den Sachverhalt zu besprechen, sei eine unklare Situation entstanden. Unbeteiligte Dritte hätten von Zensur gesprochen und fotografiert, noch bevor der Austausch begonnen habe. Dies sei als gezielte Provokation wahrgenommen worden.
Im Gespräch wurde nach Angaben der Beteiligten auch deutlich, dass das Werk zunächst vorübergehend übermalt worden war. Die Künstler entschieden anschließend, ihr Werk in seinem jetzigen Zustand zu belassen und nicht fertigzustellen. Diese Entscheidung wird von allen Beteiligten respektiert. Durch die Ereignisse und die anschließende öffentliche Auseinandersetzung sei der jetzige Zustand Teil der Geschichte des Werkes geworden.
Ebenso betonen die Beteiligten, dass die Kontroverse weder inszeniert noch gezielt herbeigeführt worden sei. Die Künstler seien Teil von „Hit the Trog“ und hätten mit ihrem Werk einen künstlerischen Beitrag zu der Veranstaltung geleistet.
Im Zuge der Ereignisse wurden außerdem Teile eines angrenzenden Kunstwerkes beeinträchtigt. Die Beteiligten hatten vereinbart, diese Stellen wieder in einen dem ursprünglichen Werk entsprechenden Zustand zu versetzen. Dies ist inzwischen erfolgt.
Gleichzeitig verweisen alle Beteiligten auf den aus ihrer Sicht positiven Charakter des Festivals. „Hit the Trog“ sei ein außergewöhnliches und erfolgreiches Ereignis für Emden gewesen. Internationale, nationale und regionale Künstlerinnen und Künstler hätten gemeinsam mit zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern auf mehr als 2.000 Quadratmetern etwas geschaffen, das dauerhaft in der Stadt bleiben werde.
Die Beteiligten bedanken sich bei allen Künstlerinnen und Künstlern sowie bei den vielen Menschen, die das Festival ermöglicht haben. Das Gesamtwerk, die Begegnungen und die Leidenschaft, mit der „Hit the Trog“ umgesetzt wurde, sollten nicht im Schatten der Kontroverse stehen. Aus den Erfahrungen, insbesondere aus den erkannten Abstimmungs- und Kommunikationsproblemen, wollen die Verantwortlichen Schlüsse für zukünftige Veranstaltungen ziehen.
Der Blick solle nun wieder auf das gerichtet werden, was „Hit the Trog“ nach Auffassung der Beteiligten ausgemacht habe: Kunst, Begegnung, Vielfalt, Leidenschaft und ein außergewöhnliches Wochenende für Emden.
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